Der sehr angesehene jüdische Arzt Dr. med. Adolph Goldberg (1860-1938) kaufte das Haus 1896 als Wohnhaus mit Praxisräumen für seine Familie von einer Erbengemeinschaft. Dr. Goldberg war ein sehr beliebter Arzt in Burgdamm und Umgebung. Sein soziales Engagement und das seiner Frau Martha (1873-1938) führte zu großer Beliebtheit der beiden in der Bevölkerung. In der Reichsprogromnacht, der sog. „Kristallnacht“, am 10. November 1938, wurde das Ehepaar in seinem Haus erschossen. Zwei „Stolpersteine“ vor dem Haus erinnern heute daran. 1959/60 wurde der linke Teil des Hauses für die Gaststätte „Zur Postkutsche“ umgebaut, später abgerissen und durch ein mehrgeschossiges Wohnhaus mit Spielothek ersetzt. Die rechte Hälfte des ehemaligen Doppelhauses ist noch erhalten.
Archiv HVL F06827